Positive Psychologie im Coaching - Was ist das und was kann sie?

Aktualisiert: 16. Nov. 2021


Ich erkläre dir was du mit positiver Psychologie erreichen kannst, wie sie im Coaching hilft und ich gebe dir zwei Methoden, die du direkt ausprobieren kannst.




So könnte ein "normales" Coaching ablaufen:


Du denkst vielleicht, Coaching – da gehe ich hin, wenn ich ein Problem habe, bei dem ich

Hilfe brauche. Der Coach stellt mir schlaue Fragen, ich kann meine Sichtweise auf das Problem ändern, verstehe was da vor sich geht und gehe mit einer Lösung wieder nach Hause.

So oder so ähnlich stellen sich viele Menschen ein Coaching vor. Und so oder so ähnlich laufen auch viele Coachings ab – was gut ist. Aber es hilft meist nur kurzfristig.


Oft gibt es ein Thema hinter dem Thema, etwas ganz Grundlegendes, Tiefsitzendes, dass uns unbewusst steuert.

Und wenn wir herausgefunden haben, was es ist, dann ist es auch wichtig, etwas Grundlegendes zu verändern. Und das braucht zum einen etwas Geduld und Zeit und zum anderen wirksame Methoden.


Die Positive Psychologie bietet wirksame Methoden.

Sie werden auch Interventionen genannt. Ich sage dazu: Hilfe zur Selbsthilfe.


Es handelt sich um einfache Techniken, die du selbst anwendest – ja, und dass am besten regelmäßig – und die dazu führen, dass sich unheimlich viel verändert.

Dein allgemeines Wohlgefühl im Leben wächst, du bist zufriedener, innerlich aufgeräumt. Du kannst besser mit all dem umgehen, was dir in deinem Leben an Herausforderungen begegnen mag. Du fühlst dich leichter und glücklicher. Na, klingt das nicht verlockend?



Kurzer Fakten Check zur Positiven Psychologie (PP):

  • Was ist die positive Psychologie?

Die wissenschaftliche Betrachtung dessen, was das Leben lebenswert macht. Sie erforscht, was uns Menschen stärkt und wachsen lässt. Sie ist keine recycelte Form des positiven Denkens.

  • Für wen ist sie geeignet?

Für jeden. Denn jeder Mensch trägt das Potenzial in sich ein erfüllendes und glückliches Leben zu leben.

  • Wann ist sie entstanden? Wer hat sie begründet?

Formal begann sie 1998 und Martin Seligman, ein amerikanischer Psychologie Professor, gilt als ihr Begründer bzw. „Vater“. Doch die Wurzeln reichen viel weiter zurück, und so gelten z. B. Abraham Maslow, Viktor Frankl und Carl Rogers als „Großväter“ der PP.



Wohlbefinden und Flourishing – Aufblühen – ist das zentrale Konzept der positiven Psychologie.


Was soll das jetzt heißen? Flourishing bedeutet „zu werden, wer du bist“. Und zwar die Person, die du tief drin bist. Nicht die Person, die du jetzt denkst zu sein, weil die Umstände das so verlangen. Es geht darum, wieder so zu werden, wie du ursprünglich gedacht bist, mit all deinen einzigartigen Fähigkeiten.

Und es bedeutet, dich immer weiter zu entwickeln und diese Entwicklung aktiv zu gestalten und zu erleben.


Und warum geht es dir besser, wenn du wieder „geworden bist, wer du bist“?

Hast du schon mal kleine Kinder beim spielen beobachtet? Wenn sie komplett gedankenverloren – im Flow – in ihr Spiel abgetaucht sind? Oder wenn sie die Welt entdecken, und mit Welt meine ich z. B. nur ein hübsches Gänseblümchen oder einen Schmetterling. Ihre Augen leuchten, sie jauchzen vor Vergnügen, wenn sie dem Schmetterling hinterherlaufen. Sie sind von Natur aus begeistert, positiv und hüpfen vergnügt und leicht durch ihr Leben. Sie sind so, wie sie gedacht sind.


Und dann wachsen sie in die Erwachsenen-Welt hinein, sollen sich anpassen, funktionieren und Leistung bringen. Dabei geht oft viel von ihrer Natürlichkeit und ihrem „wahren Selbst“ verloren.


Durch die ganzen Anforderungen, die an uns alle gestellt werden – oder noch schlimmer: die wir selbst an uns stellen – verlieren wir den Kontakt zu uns, unseren Gefühlen und Bedürfnissen.


Ich sage jetzt nicht, benimm dich immer wie ein Kind – natürlich ist das unrealistisch. Aber wenn du dir wieder etwas kindliche Freude und Neugierde zurückeroberst, dann wird das schon einen riesen Unterschied machen.


Und wie erreichst du es nun "aufzublühen"?

Indem du dich wirklich kennenlernst und deinem Potenzial Raum und die Möglichkeit gibst, sich zu entfalten. Das klingt jetzt erst mal sehr platt und nach leeren Worthülsen, aber es entspricht der einfachen Wahrheit.



Diese 7 Themenfelder spielen eine entscheidende Rolle in der PP:


Wenn du sie genau angesehen und mit Hilfe der Methoden der PP bearbeitet hast, dann wirst du dich selbst so erleben, wie hier beschrieben:

  • Du erlebst mehr positive als negative Emotionen – das kannst du lernen und steuern.

  • Du kannst dich für Dinge wirklich begeistern

  • Du bist dankbar – Dankbarkeit ist eine wahre Wunderwaffe!

  • Du kennst deine Stärken und setzt sie wirksam ein – Selbstwirksamkeit ist ein wichtiges Element.

  • Du erkennst deine persönlichen Stressfaktoren und lernst mit Belastungen umzugehen

  • Du kannst dich selbst motivieren, weil du deine Ziele und vor allem deine Werte genau kennst und deshalb weißt, wofür du was machst.

  • Du entwickelst Zuversicht und Selbstmitgefühl – du sorgst gut für dich selbst!

Das klingt gar nicht so schwer, oder? Das ist es auch nicht! Denn für jeden dieser Bereiche gibt es konkrete Methoden, die wissenschaftlich bewiesen sehr gut wirken. Die beste Wirksamkeit, also das größte Wohlbefinden, erreichst du, wenn du dich nach und nach mit all diesen Themenfeldern beschäftigst.


Eine umfassende Veränderung erreichst du am besten mit Unterstützung – zum Beispiel in einem Coaching.

 


Zwei Methoden zum Ausprobieren


1. Der positive Tagesrückblick


Denke abends über diese zwei Fragen nach:

  1. Was war heute positiv?

  2. Wie habe ich dazu beigetragen, dass ich das als schön und positiv erlebt habe?

Dabei ist die zweite Frage sehr wichtig, denn hier geht es um das Thema Selbstwirksamkeit.

Schreib dir dazu drei Erlebnisse des Tages auf, vielleicht in ein schönes Journal, dann macht es gleich noch mehr Spaß. Das Aufschreiben führt dazu, dass du das positive Erlebnis noch mal intensiver erinnerst und fühlst.


Hier ein Beispiel:

  1. Die Sonne hat geschienen – soweit so gut

  2. Ich habe in der Pause einen Spaziergang gemacht und dabei die Sonne auf meinem Gesicht so richtig genossen – ganz anders als dem Sonnenschein vom Büro aus zuzusehen, oder?

Hier passieren jetzt mehrere Dinge:

  • Du fokussierst dich auf das Schöne und Positive – das hebt auf Dauer nachhaltig die Stimmung und du wirst in Zukunft automatisch immer mehr Positives in deinem Alltag entdecken.

  • Vor dem Schlafengehen ist der beste Zeitpunkt dafür, denn diese Übung sorgt für einen ruhigeren Schlaf und schöne Träume – nicht beim ersten Mal, aber wenn du die Übung regelmäßig machst. Hab Vertrauen.


Wichtig zu wissen: die Anzahl an positiven Gefühlen ist wichtiger als die Intensität.


Und noch zwei Anregungen zu positiven Gefühlen für deinen Alltag:
  1. Gönn dir selbst eine ordentliche Portion positiver Gedanken und Gefühle täglich – so wie „5 am Tag“ für Obst und Gemüse.

  2. Gib positiven Gefühlen Priorität: Triff Entscheidungen mit dem Gedanken im Hinterkopf „wie viele positive Gefühle bringt mir diese Entscheidung?“


2. Der Genuss-Spaziergang „Pleasure Walk“


Nimm dir 20 Minuten Zeit und geh spazieren, egal wo. Wichtig ist, dass du dir dabei innerlich vornimmst: Ich achte jetzt mit allen Sinnen auf das Schöne, Neue und das Besondere – und ich denke an nichts anderes. Ich konzentriere mich ausschließlich auf meine Sinneswahrnehmungen.


Es ist egal, ob du die Umgebung kennst oder nicht. Geh dabei nicht zu schnell, ohne sportlichen Anspruch, und sieh dich mit kindlicher Neugierde um, was es alles zu entdecken gibt.


„Ah, eine Amsel singt; oh, da fliegt ein Schmetterling; ich rieche das frisch gemähte Gras; das Unkraut ist fast so groß wie ich; die Wolken ziehen heute ganz langsam“ usw.


Was hierbei passiert ist Folgendes:

  • Du bist ganz im Moment, d.h. du bist achtsam – dadurch spürst du deinen Körper wieder und dein Tunnelblick ändert sich auf Weitwinkel

  • Du bist damit beschäftigt wahrzunehmen, also hörst du auf zu grübeln, denn das geht nicht gleichzeitig.

  • Und weil du dich innerlich auf Genuss programmiert hast, erlebst du viele positive Momente und wie es ist, einfach(es) zu genießen

  • Zusätzlich wirst du merken, dass du dich danach ganz entspannt und wohl fühlst und auch dein Kopf klarer ist.

Tipp: Du kannst diese Genuss-Achtsamskeits-Übung auch beim Fahrradfahren machen, oder wenn du in der Bahn sitzt. Dadurch verbindest du dich mit dir selbst und entspannst deinen Geist durch fokussierte, aber weiche Aufmerksamkeit.


 

Quelle: Daniela Blickhan, 2021 - Positive Psychologie im Coaching

 

Wenn du neugierig geworden bist und mehr erfahren möchtest, dann sieh dich gern auf meiner Homepage um und buche am besten direkt ein kostenfreies Vorgespräch!

https://self-care-coach.de




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